Karl II. Großherzog von Mecklenburg-Strelitz (1741-1816). Biographie

Allgemeine Deutsche Biographie Bd 15 (1882)
Autor: Fromm, Ludwig (1824-1884) deutscher Historiker, Erscheinungsjahr: 1882
Themenbereiche
Karl II. Ludwig Friedrich, Herzog, später Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, geb. am 10. Oktober 1741, † am 6. November 1816, folgte seinem Bruder, dem Herzoge Adolf Friedrich IV., in der Regierung am 2. Juni 1794. Karl II. Ludwig Friedrich hatte früher in englischen Diensten gestanden, war 1762 mit dem Grafen Wilhelm von Lippe-Bückeburg nach Portugal gegangen, später Gouverneur von Hannover gewesen und hatte darauf in Darmstadt gelebt. Als Herzog regierte er mit Verstand und Kraft und strebte zunächst vor Allem nach Regelung der durch seine Vorgänger arg zerrütteten Finanzen. In den französischen Kriegen blieben die mecklenburgischen Länder bis 1801 neutral, dann bis 1806 wenig berührt, hierauf wurde Mecklenburg-Schwerin 1807 von Napoleon occupirt und auch Mecklenburg-Strelitz sollte dies Schicksal teilen; jedoch blieb der Herzog auf Fürsprache des Königs von Baiern verschont. Am Kriege gegen Russland 1812 nahmen 400 Strelitzer Teil; am 30. Mai 1813 sagte sich der Herzog aber vom Rheinbund los und wurden seine Truppen im Befreiungskriege den preußischen beigegeben, wo sie bei dem schlesischen Heere unter dem Befehl des Prinzen Karl, jüngeren Sohnes des Herzogs, sich durch Tapferkeit rühmlich hervortaten. Am 17. Juni 1815 wurde Mecklenburg-Strelitz zum Großherzogtum erhoben. Der Großherzog Karl II. Ludwig Friedrich starb am 6. November 1816. Er hatte sich am 18. September 1768 mit Friederike Karoline Luise und nach deren am 22. Mai 1782 erfolgten Tode am 28. September. 1784 mit ihrer Schwester Charlotte Wilhelmine Christiane von Hessen-Darmstadt vermählt; auch die zweite Gemahlin starb schon am 12. Dezember 1785. Aus der ersten Ehe hatte er einen Sohn und vier Töchter, von denen die dritte, Louise, sich am 24. Dezember 1793 mit dem nachmaligen Könige Friedrich Wilhelm III. von Preußen vermählte.