Hochinteressante Persönlichkeiten des 19./20. Jahrh. mit prägnanten Aussagen zu Rostock und seinen Denkmalen

Autor: Müller, Wolfgang Dr., Erscheinungsjahr: 2013
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Rostock, Adolf Friedrich Lorenz, Architektur, Denkmalpflege, Städtebau, DDR
Lorenz, Adolf Friedrich (1884-1962) Architekt und Denkmalpfleger, Publizist

Regierungsbaumeister Adolf Friedrich Lorenz; 19./20. Jh.
geb. 2.5.1884, Rostock, gest. 13.6.1962, Schwerin; Bauforscher, mecklenburgischer Denkmalpfleger und Architekt, 1901 Abitur in Rostock, Mathematikstudent, Rostocker Universität, Studium TH Dresden, Braunschweig, München, 22.5.1908 Diplom der TH Braunschweig „mit Auszeichnung“, Bauführer, Baumeister in staatlichen Stellen, Arbeit in den mecklenburgischen Städten Lübz und Ludwigslust, ab 1924 in Schwerin in der städtebaulichen Denkmalpflege (45 Jahre Baudenkmale in Mecklenburg!), mehr als 50 wiss. Veröffentlichungen, Hilfe beim Aufbau mecklenburgischer Städte nach Ende des 2. WK., Beauftragter der Landeskirche Mecklenburgs, Landeskonservator 1946-1953 in Rostock, Kooperation mit dem Stadtbauamt (Direktor Dehn), Meinungsstreit mit Heinrich Tessenow, Zeugnisse seiner Arbeit sind im Schweriner Staatsarchiv zu finden, Fundgrube für Denkmalpfleger und Archivare, reiches bauhistorisches Wissen, enorme Arbeitsbegeisterung, 1954 Universität Rostock Philosophische Fakultät, Lehrauftrag „Theorie der Denkmalpflege und der Museumskunde“, Institut für Kunstgeschichte. Nach ihm wurde 1991 in Rostock-Dierkow die Lorenzstr. benannt. Lorenz vermittelt uns die Liebe zur Baukunst unserer Altvorderen.

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Hauptwerk, 1914 „Die alte bürgerliche Baukunst in Rostock“, Nachdruck des Originals 1991 im KRV, mit Karteneinlage Rostock im Jahr 1814, Monografie, gez. nach A.A.C. Tischbein, S. 40, mit Stadtansicht Rostock von F.B. Werner (1690-1778) - „wie eine der schönsten deutschen Hansestädte einst aussah“, leider große Schäden durch den anwachsenden Verkehr, die gesteigerte Baulust, die zerstörende Zeit und den Unverstand mancher Besitzer. Dazu kamen schwere Kriege, große Brände, die Pest, Sturmfluten und unglückliche Ereignisse.

Zitate: „Rostock war im Mittelalter eine Stadt von hervorragender Bedeutung als Handels- und Seestadt, berühmt und besucht durch seine Universität und nach Lübeck die mächtigste der Hansastädte des wendischen Kreises.“ Seite 7

„Begünstigt durch die Lage auf einem Höhenrücken am Ufer des sich plötzlich stark verbreiternden Flusses, der einen vorzüglichen Hafen bot, macht das Stadtbild vom jenseitigen Ufer einen imponierenden Eindruck.“ Seite 7

„Die Kirchtürme sind es überhaupt, die den Städten der deutschen Ostseeküste ihre charakteristische Silhouette verleihen: Lübeck, Hamburg, Wismar, (Rostock),Stralsund, Greifswald verraten ihre Lage dem Reisenden, wenn er vom Lande kommt, schon von weitem, und ihre höchsten Türme dienen dem Schiffer auf See noch heute als Landmarke.“ Seite 7

„Wie alle Kolonialstädte verdankt auch Rostock seinen Grundriß einer planmäßigen Anlage die zunächst, heute als Altstadt bezeichnet, auf dem steil abfallenden Hügel, dort wo die Warnow nach Westen umbiegt und sich verbreitert, um 1190 begründet wurde.“ Seite 7

„Eine weitere Hauptstraße sucht hinter der Petrikirche die flachste Senkung des steilen Abfalls zu gewinnen, von wo sie mit einer Brücke über die Warnow und einem durch die Wiesen geschütteten Damm die ehemalige slavische Ansiedelung und weiter das östlich gelegene Land erreicht." Seite 8

„Das für Norddeutschland charakteristische Baumaterial ist der gebrannte Ziegelstein, sei es als Mauerstein, Schmuckplatte, Bodenbelag oder Dachstein.“ Seite 8

„… Umsomehr der Ziegelstein, der in dem großen sogenannten Klosterformat anfangs gewöhnlich von roter Farbe, später mehr ins braune, ja hellgelbe spielend, bis ins 19. Jahrhundert verwendet wurde.“ Seite 8

„Sieben Tore durchbrachen die Mauer auf der Landseite, sieben Strandtore führten zu den sieben Kaufmannsbrücken am Hafen.“ Seite 9

Die Stadtmaueranlage aus dem Ende des 13. Jahrhunderts, geprägt durch schlichte, kräftige, frühgotische Bauformen der älteren Tore; der „Lagebuschturm, dessen Spitzdach man heute noch hinter den Häusern der Neuen Wallstraße sehen kann“.

Rostock - Giebelhäuser bei der Nicolaikirche

Rostock - Giebelhäuser bei der Nicolaikirche

Rostock - Kröpeliner Tor

Rostock - Kröpeliner Tor

Rostock - Markt, Marienkirche und Blutstraße

Rostock - Markt, Marienkirche und Blutstraße

Rostock - Petrikirche mit Petritor

Rostock - Petrikirche mit Petritor

Hansestadt Rostock - Stadtansicht

Hansestadt Rostock - Stadtansicht

Rostock vor dem Steintor

Rostock vor dem Steintor