Auf welcher Stelle lag das alte, Wendische Rostock?

Aus: Beiträge zur Geschichte des alten, Wendischen Rostocks
Autor: Mahn, J. F. A. (?-?), Erscheinungsjahr: 1854
Themenbereiche
Enthaltene Themen: Mecklenburg, Rostock, Stadtgeschichte, Wenden, Stadtgründung, Historische Quellen
Zur genügenden Beantwortung dieser Frage ist es unumgänglich nötig, einen sorgfältigen Blick darauf zu werfen, wo die alten Wenden ihre Städte und Burgen anzulegen pflegten, nach der Art und Weise der Kriegführung jener Zeiten wurde immer eine solche Stelle dazu ausgesucht, die schon von Natur stark dem andringenden Feinde die größten Hindernisse bereitete. Man wählte daher nicht Anhöhen, sondern ebene Flächen, die wenigstens so weit von Anhöhen entfernt sich befanden, dass von diesen aus kein Angriff gegen die Stadt unternommen oder Geschosse in dieselbe geworfen werden konnten.

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Der tätige und umsichtige Archivar Dr. Lisch hat im 6ten Bande der Jahrbücher S. 98., wie auch in den früheren Jahrgängen bei Beschreibung der alten Wendischen Burgen evident erwiesen, dass alle Wendischen Städte oder Burgen stets in tiefen Sümpfen, Morästen oder sumpfigen Wiesen lagen, gewöhnlich an einem Fluss, oder auf schmalen Landzungen tief in einen See hineingebaut waren. So schon durch diese Lage fest, errichtete man doch bei jeder nur irgend wichtigen Stadt zum größeren Schutze derselben noch eine Burg, vorzüglich an der Seite, welche dem Anfalle eines Feindes am meisten ausgesetzt war, ja bei größeren Städten sogar mehrere, wie z. B. das wiederaufgebaute Rerech oder Mikilinburg durch drei solcher Burgen verteidigt ward. Indem nun diese Burgen den wichtigsten Teil der Stadt ausmachten, so wird die Stadt selbst von den Geschichtsschreibern gemeiniglich eine Burg (arx, castrum, castellum) genannt. Z. B. arx Kyssin, arx Werle, Suerin u. s. w. Man würde sich aber eine ganz falsche Vorstellung von einer Wendischen Burg entwerfen, wollte man darunter eine aus Steinen aufgemauerte, mit Zinnen versehene Feste verstehen; sie war nichts Anderes, als ein aufgeschütteter, größtenteils länglich-viereckiger Wall, der, weil keine feste Unterlage ihn stützte, allmählich in den Sumpf versank und deshalb von Zeit zu Zeit wieder aufgeschüttet werden musste. Eine solche Burg hatte oder war auch die frühere Stadt Rostock (arx Roztog, Roztoch). Die Sage weist ihr auf jener Anhöhe die Stelle an, wo jetzt die Petrikirche steht; allein diese Stelle widerstreitet durchaus der Wohnungsart der alten Wenden, zeigt nicht, wie schon Lisch im 9ten Bande der Jahrb. S. 18. richtig bemerkt, den Charakter einer Wendischen Feste, und die Sage ist und bleibt eine Sage. Dagegen ward vorher dargetan, dass alle Wendischen Städte oder Burgen in Sümpfen, Morästen oder sumpfigen Wiesen lagen, und an einem solchen Orte müssen wir daher auch das alte Rostock aufsuchen.
Östlich von der jetzigen Stadt dehnen sich sehr geräumige Wiesenflächen aus, deren Grund durchgehends und selbst im Sommer immer sumpfig ist. Im Süden und Westen werden sie von dem Fluss eingeschlossen, im Norden ziehen sie sich bis zu jenen kleinen Anhöhen hin, die nach dem Dorfe Dierkow führen, und im Osten berühren sie die Feldmarken von Bartelsdorf und Riekdahl. Durch diese Wiesen sind seit Entstehung der neuen Stadt zwei Dämme angelegt, im S. der Mühlen-, im N. der Petridamm; jener wird schon in einer Urkunde von 1264. ss. unten) erwähnt, dieser nicht, wiewohl die beste Veranlassung dazu gewesen wäre, ein Beweis seiner etwas späteren Erbauung. Mitten in den Sumpfwiesen ragen nun drei bodenfeste, bis zu sechs Fuß erhöhte Plätze oder aufgeschüttete Wälle hervor, wovon der westliche jetzt die Bleiche am Petritor, auch die Schanze, der östliche die Wik genannt wird; die mittlere Erhöhung hat keinen eigenen Namen. Der vordere Platz (die Bleiche oder Schanze), von ziemlich großem Umfange, erhebt sich wenige Schritte südlich vom Petridamm; auf drei Seiten umgeben ihn Wiesen, westwärts begrenzt ihn der Fluss. Durch die beiden andern geht der Petridamm durch, ihre Grenzen sind aber nach der Nord- und Ostseite wegen der daselbst angelegten Gärten und Gebäude nicht mehr sichtbar; mit den übrigen erstrecken sie sich ebenfalls in die Wiesen hinein. Ein ziemlich bedeutender Raum trennt den ersten von dem zweiten Platze, wogegen die Entfernung des zweiten von dem dritten kaum hundert Schritte beträgt. Obwohl in den Sümpfen schon hinlänglich gegen Feindesgewalt gesichert, bekamen die drei Wälle noch dadurch eine stärkere Festigkeit, dass sie zugleich ringsum von Gewässern umflossen waren. Auf der Süd- und Westseite strömt der Fluss; die östliche Erhöhung (die Wik) umgab ein Arm der Warnow, mit welchem sich im Nordosten ein kleiner Fluss, der aus den Sümpfen bei Bartelsdorf und Riekdahl herabläuft, vereinigte. Dieser Warnowarm hatte keinen offiziellen Namen, ging unstreitig nördlich von den Wällen in den Wiesen herunter und fiel nördlich vom Petritore wieder in die Warnow; in dem Munde des Volks wurde er jedoch der Witingstrang genannt. Dieser Volksname deutet auf seinen Ursprung hin, nur hätte er richtiger Wikingstrang ausgedrückt sein sollen, d. h. der die Wik (Wiking-kleine Wik) umgebende Fluss; denn mit dem Worte Strang bezeichnet man noch heut zu Tage, und nicht bloß in hiesiger Gegend, einen aus einem Hauptfluss ausgehenden oder abgeleiteten und in den Hauptfluss wieder sich ergießenden Arm desselben. Von ihm ist jetzt keine Spur mehr zu erblicken, und wenn mir auch trotz vieler Nachforschung eine historische Autorität, wenigstens in diesem Augenblicke, nicht zu Gebote steht, so dürfte doch wohl die Vermutung nicht jedes Grundes entbehren, er sei bei dem Baue des Mühlen- und Petridammes abgegraben, sein Bette zugeworfen, dem Bartelsdorfer Fluss aber, der nicht abgeleitet werden konnte, sein Name beigelegt und zugleich der jetzige Lauf südlich an den Wällen entlang gegeben worden. Witingstrang heißt der Bartelsdorfer Fluss noch jetzt. Allein dass die ganze Osterhöhung von einem Fluss eingeschlossen gewesen ist, erhellt aus einer Urkunde vom 12ten Oktober 1264 (abgedruckt in den Rostock. Wöchentl. Nachrichten von 1752. S. 103.). Im J. 1264 traf die Stadt das Unglück, dass sie von einer schrecklichen Feuersbrunst heimgesucht wurde und nur die Marienkirche, wie die Geschichtsschreiber melden, mit wenigen Gebäuden verschont blieb. Der um Rostock so hochverdiente Fürst Heinrich Borwin III. (reg. 1234—1282) schenkte hierauf den Bürgern, damit sie ihr Unglück geduldiger ertragen mochten, Zollfreiheit in allen Mühlen und die Gerichtsbarkeit über die Müller und den Hafen Warnemünde, ferner die Sumpfgegend zwischen der Stadt und der Warnow, dem St. Clemensdamm und der Stelle, wo der frühere Witingstrang in die Warnow zurückfloss, also den heutigen Fischerbruch, Gärberbruch, Küterbruch, den Ort, auf welchem jetzt die Rahmen der Tuchmacher sind, und jenseits des Petridammes die Strecke bis zur Warnow.
In der dazugehörigen Urkunde wird deutlich neben dem Bartelsdorfer Flusse noch ein zweiter amnis angegeben, mit dem sich jener seinem Laufe gemäß vereinigen musste, und dieser amnis kann nur ein Arm der Warnow sein, da er sonst einen besonderen Namen geführt haben würde. Der Bartelsdorfer Fluss verlor, indem er kleiner war, von der Vereinigung mit dem Warnowarme an seinen Namen; und der frühere Witingstrang ist demnach jener amnis. An den heutigen Witingstrang darf man aber um so weniger denken wollen, weil er der Bartelsdorfer Fluss selbst ist, und folglich dann die Worte: „amnis, qui decurrit ab amne Bartoldesdorfie“ gar keinen Sinn hätten und haben könnten. — Vgl. übrigens Lisch: Die Wendische Burg Rostock. Jahrb. Bd. 9. S. 18. ff. Wo aber suchen wir den St. Clemensdamm, dessen Name zu unseren Zeiten nicht mehr gehört wird? Der obigen Urkunde zu Folge machte er im Süden, der Fluss im Osten, die Stadt im Westen die Grenze des geschenkten Sumpfes. Da nun des Mühlendammes ebenfalls in der Urkunde Erwähnung geschieht, so unterliegt es keinem Zweifel, dass der St. Clemensdamm derjenige Teil des jetzigen Dammes war, welcher von der Stadtmauer bis zur Warnow reichte, und der eigentliche Mühlendamm erst an der Ostseite des Flusses anfing.

Auf diese Weise nun waren jene drei in den Sumpfwiesen erhöhten Plätze oder aufgeschütteten Wälle ringsum von Flüssen umgeben und lagen außerdem von den Uferhöhen der Warnow (St. Petrikirche und Altstadt) und den Hügeln von Dierkow, Bartelsdorf und Riekdahl so weit entfernt, dass sie von diesen Höhen aus bei der damaligen Kriegführung nicht angegriffen und beherrscht werden konnten. Alle drei habe ich am 5ten und 6ten August 1853. sorgfältig untersucht und aus eigener Anschauung und mit Berücksichtigung der oben erwähnten historischen Überlieferungen und erwiesenen Tatsachen die Überzeugung erhalten: sie sind die Stelle, auf welcher einst die alte, Wendische Burg und Stadt Rostock gestanden.

Meine gewonnene Überzeugung findet ihre Bestätigung in zwei höchst wichtigen historischen Dokumenten; das eine bietet Saxo Grammaticus dar, das andere ist eine am 27. Februar 1286 vom Rostockschen Fürsten Nicolaus (reg. 1284-1314) ausgestellte Urkunde. Saxo beschreibt ausführlich den Kampf, der dem Untergang der Stadt vorausging. Nachdem die Dänische Flotte an der Küste angekommen, führt Saxo in der Erzählung fort. Hier auf dem Breitling entbrannte nun ein gewaltiger Kampf. Mit Heftigkeit stürzen sich die Wenden auf die Dänen; Schiffe werden erobert, werden verloren; aber die Übermacht der Dänen ist zu groß. Nach rühmlicher Verteidigung unterliegen die Wenden; ihre Schiffe werden genommen, ihre am Ufer liegenden Orte werden verbrannt. Als der Sieg errungen war, sendete der König den Suno mit zwei Schiffen nach den entfernteren Gegenden des Sees, um sie zu plündern, er selbst wendet sich gegen die Stadt. Die übrig gebliebenen Bewohner geben sie dem Feinde Preis, weil sie nach solcher Niederlage dieselbe mit Erfolg nicht mehr verteidigen konnten – sie geht in Feuer auf. Wie aber der Dänische Schriftsteller, zumal er der Tapferkeit der Wenden in der Schlacht volle Gerechtigkeit widerfahren lässt, urbem oppidanorum ignavia destitutam zu schreiben sich bewogen fühlte, muss man der Feindesliebe zu Gute anrechnen.

Während dies geschah, hatte der Sachsenherzog Heinrich der Löwe, der fast gleichzeitig mit dem Einfalle der Dänen über die Elbe in Obotritien eingebrochen war, nach dem Siege bei Mikilinburg und Niclots traurigem Ende 1161 den westlichen Teil des Landes unterworfen und rückte mit seinem Heere gegen die Warnow vor, um mit dem Dänenkönig die ferneren Angelegenheiten zu bereden. Als er am Ufer anlangte, ließ Waldemar eine Brücke über den Fluss schlagen und führte auf derselben den Herzog hinüber. Daher Saxo: Urbem Waldemarus perussit. Post haec (also nach Vernichtung der Stadt).

Die Worte „post haec“ gebraucht er gleich hinter urbem perussit, ein sicheres Zeugnis, dass Waldemar noch auf dem Boden des eingeäscherten Rostocks stand; und noch befand sich Heinrich bei dem Könige, als plötzlich die Nachricht erscholl, die Rugianische und Pommersche Flotte sei im Anzüge begriffen.
Vielleicht mochte Jemand einwenden, der Herzog wäre dem Könige auf dem rechten Warnowufer entgegen gezogen und Rostock habe demnach aus dem linken Warnowufer seine Stelle gehabt; jedoch ein so gewagter Einwand würde nicht allein dem oben erwiesenen Wendischen Gebrauche, niemals auf Anhöhen, stets nur in Sümpfen Burgen und Städte zu erbauen, sondern auch der Geschichte geradezu widersprechen, indem sich Niclots Sohn, bis 1162 in dem Besitze des rechten Ufers völlig gegen die Sachsen behauptete. Und womit wollte man denn auch einen solchen Einwurf beweisen?
Aus der bisherigen Darstellung geht nun als Resultat hervor: 1) Waldemar nahm seinen Weg nicht zu Schiffe, — sonst hatte es nicht der Brücke bedurft, um den Herzog überzusetzen — sondern zu Lande nach Rostock, mithin, da die Schlacht auf dem Breitlinge, folglich auf der Ostseite des Flusses vorfiel, über die heutigen Ortschaften Petersdorf, Krummendorf, Toitenwinkel und Dierkow; 2) das alte, Wendische Rostock hat auf dem rechten Warnowufer gelegen.

Entsetzlich hatte Mecklenburg in diesen blutigen Kriegen gelitten. Zur Wiederbevölkerung des sehr verwüsteten und von Einwohnern entblößten Landes rief der Wendenbezwinger Heinrich viele Kolonisten aus Sachsen, Westfalen und Friesland herbei. Den zahlreich Angekommenen erteilte er sowohl die noch vorhandenen Städte zur Wohnung, indem aus Vorsicht die dem Tode entgangenen Wenden gänzlich aus den Städten ausgeschlossen und auf das platte Land geschickt wurden, als auch die Erlaubnis, neue Städte zu gründen — und in wenigen Jahren ist das ganze Wendenland so umgestaltet, dass Helmold, der gerade damals lebte und Alles, was geschah, selbst mit ansah.

Dem Beispiele Heinrichs folgte der treffliche Fürst Pribislaw. Seit 1166. Herr aller Länder seines Vaters, mit Ausnahme der Grafschaft Schwerin, welche den vom Sachsenherzoge eingesetzten Grafen behielt, richtete er, sobald die Ruhe hergestellt war, rastlos alle Landesväterliche Sorge und Tätigkeit auf ununterbrochene Beseitigung der Spuren des schrecklichen Kampfes. Neue Kolonisten werden herbeigerufen; die verödeten Fluren verschwinden; ein neues Rostock erhebt sich 1170, aber nicht wieder in den Sümpfen, sondern nach Deutscher Sitte auf einem luftigen, gesunden Hügel — und dieses neue Rostock ist unsere jetzige Altstadt. In die neue Stadt wurden jedoch nur Deutsche Bewohner aufgenommen, die unruhigen und verhasst gewordenen Wenden dagegen an die Grenzen des Stadtgebietes verwiesen. „Es kam sogar dahin“, schreibt Schröder in seinem Papist. Mecklenburg Bd. I. S. 8., „dass der Name „Slawe“, welcher sonst so viel als berühmt und herrlich heißen soll, so verächtlich wurde, dass leibeigne Knechte nun mit diesem Namen genannt wurden, ja die Slawen wurden so verhasst, dass nicht einmal ein geborener Wende oder Slawe in ein ehrlich Handwerk oder Zunft kommen konnte.“ Die Rostocker-Wenden ließen sich nun nach dieser Bestimmung auf dem zweiten und dritten Walle des ehemaligen Rostocks nieder, und von dieser Zeit an entsteht hier ein Dorf, Wendisch-Wik oder Wendisch-Wich; der vordere oder erste Wall, die Bleiche oder Schanze, durfte wegen der zu großen Nähe an der neuen Stadt nicht von ihnen angebaut und bewohnt werden. Den Namen Wik haben fast überall die Dörfer, die aus einer zerstörten Feste oder Burg hervorgegangen sind; nicht darf man aber denselben von vicus herleiten, sondern Frank (A. u. N. Mecklenb. lib. I. e. 18. S. 105.) behauptet: „Wick hieß vordem ein haltbarer Ort, wo man den Feind abhalten konnte. Daher die Türme auf den Mauern der Städte, wie zu Güstrow, noch jetzt Wicken heißen. Es sind auch anderswo die Weichbilde bekannt, welche vor Alters Wickbelethen hießen, und solche Rechte sind, womit ein haltbarer Ort belaten, belassen oder versehen ist.“ Gegen das Jahr 1325 hatte das Dorf Wendisch-Wik zu sein aufgehört; die Stadt verpachtete in diesem Jahre die einzelnen Grundstücke an Rostocksche Bürger. Die hierher gehörenden überlieferten Urkunden (abgedruckt in Hist. Diplom. Abhandlung von dem Ursprunge der St. Rostock Gerechtsame beginnen mit den Worten: anno domini MCCCXXV., zählen die Wiesen, Gärten und Äcker des ehemaligen Dorfes namentlich auf und bestätigten ausdrücklich die oben angegebene Lage desselben am Petridamme. (Die Stelle, wo einst das Dorf gewesen war) - Die Gegend heißt noch jetzt die Wik. Am 27. Februar 1286 verkaufte Fürst Nicolaus der Stadt Rostock das ihm gehörige Dorf Wendisch-Eik mit den angrenzenden Wiesen, ferner den Burgwall (die Schanze) mit der anliegenden Wiese bis zum Mühlendamme und allen anderen Wiesen, Weiden und Gewässern innerhalb der bezeichneten Grenzen. Die Urkunde hierüber ist abgedruckt in den Rostockschen Wöchentl. Nachrichten von 1752. S. 145-147. – Klar und deutlich sagt diese Urkunde, das unter „vallum castri“ (Burgwall) nichts Anderes, als die vordere Erhöhung oder der erste Wall, die jetzige Bleiche oder sogenannte Schanze, verstanden werden kann, gibt aber auch den Namen vallum castri die unwiderlegbare Gewissheit, dass hier auf der ersten Erhöhung die alte, Wendische Burg Rostock gestanden haben muss. Mit Sicherheit darf ich daher als Endresultat der ganzen Untersuchung folgendes nennen:

1) Die alte, Wendische Burg und Stadt Rostock lag am rechten Warnowufer in den Sumpfwiesen auf jenen noch vorhandenen Erhöhungen;
2) Die vordere, unmittelbar an der Warnow, ist die alte, Wendische Burg; die zweite und dritte, auf denen später das Dorf Wendisch-Wik erbaut war, jetzt die Petrivorstadt, enthielten die alte, Wendische Stadt.

Mecklenburg, Denkmal an der Stelle der ehemaligen Burganlage

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Lisch, Georg Christian Friedrich (1801-1883) mecklenburgischer, Archivar, Altertumsforscher, Bibliothekar, Redakteur, Publizist

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Rostock vor dem Steintor

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Rostocker Umland mit Bauernhof, 1968

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